En Erinnerung Gesche Gottfried

Gesche Margarethe Gottfried (* 6. März 1785 in Bremen; † 21. April 1831 in Bremen) weer de meest bekannte Mördersche in Bremen. Vun 1813 af an bit 1827 hett se 15 Minschen mit Gift an’e Siet bröcht. Dor mank weren ehr eegen Kinner, ehr Öllern un Mannslüde.

Nah dree Jahren achter Trallen is Gesche Gottfried up’n Domshoff in Bremen vun den Scharprichter Dietz mit dat Sweert de Kopp afneiht wurrn. Interessant is, dat een, de dat mit egen Ogen sehn hett, öber den Dood vun Gesche Gottfried en Gedicht schreven hett. De Bremer Heimatdichter Heinrich Goltermann hett dat 1885 in sien lütt Book „Bremer Volks- und Sittenbilder“ in Eegenverlag rutgahn laten. Dat is keen grote Kunst, man interessant is et doch, weil dor in dat ole Bremer Platt schreven is un weil een sehn kann, wat vun Indruck de Saak dormals in Bremen maakt hett:

En Erinnerung

Et is woll her all mannig Jahr,
Doch liggt mi’t in’t Gedächtniß klar,
Dat Nahmdags, rum bi Klocke veer,
As eben just de School ut weer,
In vull Hurrah un een Gottloff
Um’n Dom wi schrammden, nah’n Domshoff.
Mien Gott, wat schall den hier geschehn?
Wi Jungens mossen dat ja sehn.
Et is doch lang noch kien Freemark!
De Timmerlied sünd hier an’t Wark?
Unheemlich släpden Männer her
Hier Balken un ok Bräder, swer,
Un booden dichte vorr’n Dom
En Kasten, hoch as wi’n Boom,
In swartet Dook deep ingehullt
Scholl sühnen he een grote Schuld-
Dat Bild, so lang ik blief an’n Leben,
Deit ummer mi vor Ogen swäben,
Wenn ick den Weg nah’n Krietzsteen lenk
An den Aprilmorgen ick denk
De Sunne stund an’n Himmel klar,
Unafsehbare Minschenschaar,
So wiet dat Oge sehen kann
Weer Kopp an Kopp, stund Mann an Mann,
Rund um den Kasten in’t Gewehr
Un Bajonett de Borgerwehr.
En Wagen keem bald angerullt
De deepste Stille-denn de Schuld-
In vullen Staat, mit’n siden Kleed,
Steeg af-mit grootet Harteleed (??-)
Nah de Tribün’ warrt hen se fehrt;
Den Richterspruch se jetzt hier heert-
De Herren gifft se ähre Hand
Drup fallt de letzte Scheidewand.
Dat Swert blitzt inne Sonne hell,
De Slußakt geiht gewaltig snell,
De Streich de fallt, kinks vonne Hand
Hoch hollt de Mann jetzt anne Kant
Dat Haupt- en gräslichet Gejubel
Stimmt an, un- ut is all de Trubel
Drup bald naher, de Platz is leer,
As wenn gar nicks passeert da weer.

(Original Orthographie)

Im Bremer Geschichtenhaus hat Gesche noch ihr Haupt, und ist fast täglich lebendig zu erleben. Sollte sie mal verhindert sein, vielleicht weil sie gerade neue Mäusebutter aus der Apotheke holt, dann erzählt zum Beispiel einer ihrer Männer Herr Rumpff, oder jetzt neu Herr Dolge seine Sicht der Dinge. Den Geist von Gesche kann man aber immer im Bremer Geschichtenhaus spüren.

Der Freundeskreis Bremer Geschichtenhaus empfiehlt: Ab ins lebendige Bremer Museum, dem Bremer Geschichtenhaus im Schnoor. Ein einmaliges Erlebnis.

Spuckstein am Dom 7105

Gesche Gottfried, Bremen; Spuckstein am Dom. Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported. Author: Bin im Garten

„Spucksteen“ up den Domshoff in Bremen.

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