Das plattdeutsche Weihnachtsgedicht – Die Bodderkoken

Das plattdeutsche Weihnachtsgedicht

Butterkuchen, Buttercake. Urheber: Zollernalb

Butterkuchen, Buttercake. Urheber: Zollernalb

Die Bodderkoken

Gries de Hewen, gries de Heid‘,
Allens still up Feld un Weid‘.
Ganz verswunnen is de Sünn‘,
Un de Dag wahrt bloß dree Stünn‘.
Doch nu töwt man noch bet morgen,
Denn vergaht jo all de Sorgen,
Un na all de Möh un Plag
Kümmt de helle Wiehnachtsdag.
Ut is’t mit de Heemlichkeit,
Allens lewt in Glück un Freid,
Wenn sick öpen dot de Dören,
Un de Ohlen und de Gören,
Mudder in de Stuw‘ rinlett,
De se noch verslaten hett. –
Nu mag ja mannicheen woll wäten,
Dat mal dat Sluten ward vergäten,
Bi Ostermanns is’t ok passeert.
Den Dag vör Heiligabend wör’t:
De Botterkoken kümmt von’n Bäcker,
Fief Stück up Platen schön un lecker;
Se werd, weil süß keen Platz to finnen,
Platt up de Eer ahn lang Besinnen
Nu in de beste Stuw rinschaben,
Wo ok liggt all de Wiehnachtsgaben.
As dütt nu hett besorgt de Fro,
Slutt se de Dör nich wedder to.
Un bald kummt nu de Abend ran,
Da geiht ohl Vadder Ostermann
In’n Düstern in de Stuw herin,
Wo all de Botterkoken stünn.
He föhlt dat, as he wieder geiht,
He up wat Weekes pedden deiht. –
„Szü“, denkt he, „dat is ja mal nett,
En Teppich schenkt mi min Lisett.“
He pedd’t na rechts, he pedd’t na links.
„Un tämlich grod is ok dat Dings.
Dat ward woll’n ganzen dür’n sien.
De Föt sackt örnlich deep herin.“
Ganz sachte slickt he wedder trüg,
Up eenmal hört he en Geschrigg:
Dicht achter em da steiht sien Fro,
De kummt mit Licht da grad up to.
Un nu kickt Vadder Ostermann
Bi Licht sick de Bescherung an.
„De schöne Koken!“ jammert’s beid,
„Vörbi is nu de beste Freid.“
Vertrampt is he nu von den Ohlen,
De em harr vör en Teppich holen.

von August Krantz

Gefunden in den Buchempfehlungen zum Fest vom Carl Schünemann Verlag Bremen und Ihrer Buchhandlung Arthur Geist, Am Wall 161, 2800 Bremen 1. Leider ohne Altersangabe.

Der Freundeskreis Bremer Geschichtenhaus
wünscht Allen eine gesegnete Weihnachtszeit!

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