Augenzeugenbericht: Domturmbrand von 1656

Nachrichtlich Bericht, wie der Brand im Domturm zu Bremen am Montag, dem 4. Februario anno 1656 vom Blitz entstanden und was hernach geschah

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Von Rechtsanwalt Dr. Johannis Wachmann, Syndikus des Bremer Senats

(von der Sprache des 17. Jahrhunderts ungekürzt und behutsam ins Hochdeutsche des 21. Jahrhunderts übertragen für das Bremer Geschichtenhaus von Bernd Ratfisch.)

Am Montag, dem 4. Februar,

dem Namenstag der Veronika und genau 14 Tage vor Rosenmontag, herrschte früh morgens ein eisiger Sturm aus östlicher Richtung mit dichtem Schneefall. Der Wind zog somit vom Dom zum Rathaus, über den etwa 60 Schritt weiten freien Platz zwischen diesen beiden Gebäuden. Um halb neun Uhr, bei gleichbleibend hartem Sturm und kontinuierlichem Schneetreiben, gab es einen starken Blitz und zugleich ein kräftiges Donnergetöse, doch mehr passierte nicht. Wenig später klarte das Wetter auf, der Wind ließ an Stärke nach und drehte zudem nach Westen, so daß er nun vom Rathaus zum Dom strich. Auch Sonnenschein zeigte sich. Kurz vor 12 Uhr wurde jedoch durch zwei Glockenschläge Feuer geläutet, denn es hatte sich herausgestellt, daß die schöne hohe Spitze des Domturms in hellen Flammen stand. Weiterlesen

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Die Bremisch-Schwedischen Kriege

Autorin: Caroline Tronnier

Die Bremisch-Schwedischen Kriege

1. Schweden als Großmacht

Die Ursachen dieser Kriege gehen auf den Dreißigjährigen Krieg zurück. Schweden war zwischen 1630 und 1720 eine Großmacht in Nordeuropa. Zusätzlich zum heutigen Staatsgebiet umfasste es auch ganz Finnland. Dazu kamen Eroberungen in Dänemark, Norwegen, Estland, Livland und Russland. Seit 1648 hielten die Schweden auch einige deutsche Gebiete in Besitz, insbesondere die Stadt Wismar und Teile von Vorpommern mit Stralsund und Stettin. Eine besondere Bewandtnis hatte es mit dem Herzogtum Bremen-Verden, das seit 1648 zu Schweden gehörte. Bestandteil dieses Herzogtums war auch das ehemalige Erzbistum Bremen. Dieses umfasste Gebiete im näheren und weiteren Umland. Nicht dazu gehörte jedoch – mit Ausnahme des Dom-Bezirks- die Stadt Bremen. Die konnte ihre Unabhängigkeit gegenüber den Schweden auch in der Folgezeit bewahren. 

Schweden01 Weiterlesen

Chronologie Bremerhavens

Wissenswertes über Bremerhaven 

Detailaufnahme am Johann Smidt Denkmal in Bremerhaven von Slick

Detailaufnahme am Johann Smidt Denkmal in Bremerhaven von Slick

1827 Auf Initiative von Bremens Bürgermeister Johann Smidt (1773-1857) wird an der Geestemündung ein Stück Land vom Königreich Hannover gekauft. Weil die Weser mehr und mehr versandet, wird auf dem rund 60 Kilometer von der Stadt Bremen entfernten Gelände, ein Vorhafen angelegt. Bremerhaven ensteht mit sage und schreibe 19 Einwohnern. Weiterlesen

Ergänzungen zum Thema Pranger

Autorin: Caroline Tronnier

Ergänzungen zum Thema Pranger

Zur Geschichte

In Deutschland reicht die Geschichte des Prangers bis ins 13. Jh. zurück, also bis ins Hochmittelalter. Dabei hatte diese Art der Bestrafung ein langes Leben. Sie überstand die Frühe Neuzeit und war erst um 1850 völlig aus den Stadtbildern verschwunden.

Bauarten des Prangers

Dazu gehörten: An Mauern öffentlicher Gebäude befestigte Halseisen und Handschellen, Schandpfähle aus Holz oder Stein, Schandblöcke aus Holzbalken mit Aussparungen für Hals und Hände, Käfige aus Eisen sowie Bühnenpranger mit erhöhter Plattform und Treppenaufgang. Es gab aber auch Straftonnen, die wie eine Art Holzmantel aussahen. Der Verurteilte stand in der Tonne, wobei die Füße unten herausragten und der Kopf oben aus dem Deckel schaute.

Die geahndeten Verfehlungen

Der Pranger diente zur Bestrafung von kleineren Verfehlungen wie Schlägereien, Zänkereien, Frevel, Schimpfworte, Fluchen, Huren, üble Streiche, leichter Diebstahl ohne Gewalt usw. Das „Am-Pranger- stehen“ scheint zwar gnädiger als Körperstrafen oder Kerkerstrafen, war aber keinesfalls harmlos. Die Schande schadete der gesellschaftlichen Stellung und blieb nachhaltig im kollektiven Gedächtnis.

Prangerstrafe

Straftonne

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Bremen wird moderne Großstadt / Die Jahre von 1850 bis 1914

Autorin: Caroline Tronnier

Bremen wird moderne Großstadt / Die Jahre von 1850 bis 1914

Bremer Hauptbahnhof Ansichtskarte von 1900

Mitte des 19. Jhds. war das in der Hanse so erfolgreiche Bremen eine eher unbedeutende Provinzstadt . Die Industrielle Revolution brachte ab der zweiten Hälfte des 19. Jhds. aber eine Renaissance. Bremen entwickelte sich zu einer modernen Großstadt mit guter Infrastruktur und hoher Wirtschaftskraft. Die Einwohnerzahl stieg explosionsartig von 55.000 in 1850 auf 250.000 in 1911 an. Der Wert der Bremer Importe wuchs von 1871 mit 230 Mio. Mark auf 1.627 Mio. Mark in 1912. Die Exporte nahmen in der Zeit von 140 Mio. Mark auf 1.030 Mio. Mark zu. 1914 stoppte der Erste Weltkrieg das „Wirtschaftswunder“. Weiterlesen

Die Bremer Stadtsoldaten im 17. und 18. Jahrhundert

Autorin: Caroline Tronnier

Die Bremer Stadtsoldaten im 17. und 18. Jahrhundert

Bremer Stadtsoldat

Bremer Stadtsoldat in der Uniform von 1799

1. Die Institution Stadtmilitär

Begründet wurde diese Institution unter dem Begriff Stadtmilitär im Jahre 1618 durch den Stadtrat. Im Jahre 1810 erfolgte durch die französischen Besatzer Bremens die Auflösung der Einheit. Über entsprechende Einrichtungen verfügten im Übrigen auch die Städte Hamburg und Lübeck.

Wie die Bezeichnungen Stadtmilitär und Stadtsoldaten belegen, handelte es sich im Ursprung tatsächlich um eine Einrichtung zum Schutz vor feindlichen Bedrohungen auswärtiger Mächte. Entsprechend militärisch gestaltet waren die Personalstruktur (Kompanien, Gemeine, Gefreite, Offiziere etc.) und die Verhaltensnormen (Disziplin, Hierarchie etc.). Das Bremer Stadtmilitär war insoweit aber nur eine defensive „Verteidigungsarmee.“ Zu kriegerischen Kampfhandlungen kam es nur einmal in den zwei Jahrhunderten. Das war 1654 fünf Monate lang im Krieg gegen Schweden, und zwar außerhalb des Stadtgebietes im Bereich Vegesack. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und in den Schwedenkriegen (1654 und 1666) gelangten keine Feinde in die Stadt. Die Besetzung durch französische Truppen 1757 und 1806 geschah ohne Kampfhandlungen. Weiterlesen

Das Fass: „Der Container“ des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Autorin: Caroline Tronnier

Das Fass: „Der Container“ des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Das Fass – auch Tonne genannt- ist ein bauchiger Behälter zum Transportieren von Handelsware. Dazu gehörten zum Beispiel flüssige Güter wie Bier, Tran oder Wein, aber auch Fische und Salz, und sogar Keramik und Metallwaren. Es gab Fässer in den verschiedensten Größen. Es handelt sich um einen sicheren Behälter, der die Gegenstände vor dem Zerbrechen und die Lebensmittel vor dem Verderben schützte. Somit war das Fass auch für lange Seereisen mit dem Schiff geeignet. Beim Be- und Entladen besaßen die Fässer gegenüber Kisten einen wesentlichen Vorteil. Die schweren Gefäße mussten nicht getragen werden, sondern man konnte sie rollen. Weiterlesen