Schnoor-Bürgermeister Wolfgang Loose verstorben

Ohne ihn wär der Schnoor nicht was er heute ist 

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Michail Sergejewitsch Gorbatschow begrüßt Wolfgang Loose vor dessen SchnoorArchiv

Wie viele von euch wahrscheinlich wissen, beherbergt das Bremer Geschichtenhaus eine wahre Fundgrube namens SchnoorArchiv. Gegründet im Jahre 1959 vom „Schnoor-Bürgermeister“ Wolfgang Loose und seiner Frau Anneliese, fand es 2007 seinen Platz im Jacobus-Packhaus, auch bekannt als Bremer Geschichtenhaus.
Bis ins Jahr 2003 hat das Ehepaar Loose noch im Schnoor gewohnt, doch als es Anneliese Loose nicht mehr so gut ging, zogen sie zusammen ins Landhaus Horn der Bremer Heimstiftung. Bei ihrem Wegzug aus dem Schnoor, beendete Herr Loose seine Tätigkeit als Schnoor-Bürgermeister und gab sein Archiv ab. Über ein paar Umwege wurde es 2007 im Bremer Geschichtenhaus wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Weiterlesen

„Im schönen Schnoor“

Der besondere Stadtführer über Bremens ältestes Viertel

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Das im Bremer Geschichtenhaus ansässige Schnoor-Archiv empfiehlt heute mal ein kleines zweisprachiges Büchlein über unser Bremer Lieblingsviertel den Schnoor. Jede Straße und jedes Haus wird kompakt und informativ vorgestellt, so das es selbst für gut informierte Bremer Neuigkeiten zu lesen gibt. Außerdem gibt es viele schöne Bilder vom Schnoor zu sehen, so auch einige alte Aufnahmen aus dem Schnoor-Archiv. Autorin Monika Porsch, welche auch für sämtliche Ausgaben des Bremer Stadtlexikons verantwortlich ist, recherchierte unter anderem mit mir im Schnoor-Archiv, und fand einige auch für sie interessante Aufnahmen aus dem Schnoor, welche nun im Buch zu bewundern sind. Erhältlich ist das Buch im Bremer Geschichtenhaus und wo es sonst noch Bücher zu kaufen gibt. Ich bedanke mich für die namentliche Nennung und sende freundliche Grüße an Frau Porsch. Weiterlesen

Grüße von „Orotava“, „Eider“ & „Njassa“

Auf Rundreise mit
der „Orotava“, der „Eider“ & der „Njassa“

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Von 1935 bis 1939 fuhr die „Orotava“ der Norddeutschen Lloyd von Bremen nach Antwerpen, Kopenhagen, oder auf Rundreisen Richtung Kanarische Inseln. Die „Orotava“ gehörte zur Klasse der kleineren Passagierschiffe des NDL, besaß zwei Masten sowie einen Schornstein, und kam auf eine Geschwindigkeit von 12,5 Knoten. Es hatte Platz für bis zu 50 1.Klasse Passagiere, bis es 1939 für den Seedienst Ostpreußen umgebaut wurde, und fortan 500 Deckspassagiere transportieren konnte. 1940 wurde sie in „Robert Möhring“ umbenannt, und diente zuerst als Wohnschiff für die Kriegsmarine in Swindemünde, ein Jahr später als Truppentransporter, dann wieder als Wohnschiff, und 1944 noch einmal als Truppentransporter. Am 6.März 1945 schließlich sank das Schiff nach einem Bombentreffer, bei dem 353 Menschen ihr Leben verloren. Die Bilder sind von einer Rundreise aus den 30ern. Weiterlesen

Bremer Notgeld (1921)

Bremer Notgeld (1921)

Bremer NotgeldQuelle: Bremer Nachrichten 1991
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So sah ein Schein des Bremer Notgeldes aus, der in den Inflationsjahren nach dem ersten Weltkrieg 1921/22 von allen Gemeinden in Deutschland heraus gegeben wurden. Das eigentliche Zahlungsmittel hatte in den Jahren immer mehr an Wert verloren.
In den Jahren kam es vor, daß die Frauen der Arbeiter vor den Fabriktoren standen um den Männern den Lohn abzunehmen und damit zum Kaufmann eilten um wenigstens etwas zum Leben einzukaufen, denn am nächsten Tag war das geld nichts mehr Wert.
Es wurden täglich neue Geldscheine, bis zu 1 Billion, gedruckt.
So sahen sich die Städte und Kreise genötigt eigenes Geld heraus zu geben.

Der Freundeskreis Bremer Geschichtenhaus hofft
das beim nächsten Bedarf von Notgeld wieder so
aufs hübsche Design geachtet wird!

Jan Reiners (1930 & 1970)

Jan Reiners (1930, 1970 & 2013)

Der Parkbahnhof an der Jan-Reiners-Eisenbahnstrecke, die regelmäßig zwischen Findorff und Tarmstedt verkehrte. Das Foto stammt aus der Privatsammlung Vehlber.

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Stadtteil-Umschau Nordost 31.Oktober 1985

1930 Bahnhof Hemmstraße

Nicht wie angegeben der Parkbahnhof, der befand sich an der Stelle an der heute die Stadthalle steht. Der Bahnhof Hemmstraße war der Betriebshof für die Lokomotiven und Wagen der privaten Jan-Reiners-Kleinbahnstrecke. Die Umladung von der Normalspur auf die Kleinbahn erfolgte kurz vor dem Passieren des Stadtwaldes.

1970

Einst kutschierte „Jan Reiners“ gutgelaunte Ausflügler und Geschäftsreisende ins Moor hinaus bis nach Tarmstedt. Übrig geblieben von ihm ist nur die kleine Lokomotive. Auf einem Betonsockel erhielt das Dampfroß einen Ehrenplatz und gilt heute als ein Wahrzeichen des Stadtteils Findorff. Ältere Menschen gedenken im Vorübergehen der Zeit des Moorexpreßzuges oft mit Wehmut.

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Gefunden im SchnoorArchiv.

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Der Freundeskreis Bremer Geschichtenhaus mag
die kleine Lokomotive Jan!

Flutkatastrophe in Bremen März 1981

Die Weser grub sich ein neues Flußbett

Eine Folge der Flutkatastrophe vom 15. und 16. März 1981.
An diesen beiden Tagen durchbrach eine Flutwelle von der Oberweser kommend den Weserdeich oberhalb des Wehres. Ausgelöst war diese Welle durch Schneeschmelze mit heftigen Regenfällen an Werra und Fulda, sowie Leine und Aller. Damals war das Gebiet vor Habenhausen stark in Mitleidenschaft gezogen. Das Parzellengebiet „Hastedter Bulten“ wurde durch den neuen Lauf vollständig zerstört.
Während die Bruchstelle gegenüber von Hemelingen von Pionieren der Bundeswehr bald geschlossen werden konnte, wurde der Durchbruch bei der Erdbeer-Brücke erst am 18.September 1981 geschlossen.

Bremer Anzeiger vom 13.12.1981 Foto: Peter Mechnik

Luftaufnahme Bremen 1981 Die Wesr grub sich ein neues Flußbett

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gefunden im SchnoorArchiv.

400 Meter breite Deichbruchstelle neben Werderbrücke wird bald geschlossen.

Diesen Anblick mit der rund 400 Meter breiten Deichbruchstelle neben der Werderbrücke wird es schon bald nicht mehr geben. In diesen Tagen begannen die Arbeiten zur Abdämmung der Deichlücke. Sie sollen in etwa zwei Wochen soweit fortgeschritten sein, daß die Schließung der dann noch offenen Flutmulde vorgenommen werden kann. Für die Füllung des Loches, das im März dieses Jahres durch den gewaltigen Wasserdruck in der Weser entstand, sind, wie bereits berichtet, rund 35.000 Kubikmeter Sand erforderlich. Unser Luftfoto zeigt links neben der Werderbrücke die Deichbruchstelle mit der dahinter entstandenen „Neuen Weser“. Am Ende der Rinne ist oben links die schon abgedämmte Bruchstelle zu erkennen. (Freigegeben vom Senator für Häfen, Schifffahrt und Verkehr unter Nummer BN 810901/1).

Bremer Nachrichten 8.9.1981

Ein Luftbild, das schon bald wieder der Vergangenheit angehören wird. Es zeigt aber noch einmal sehr deutlich das Ausmaß der Flutkatastrophe vom 15. und 16. März 1981. Durch heftige Regenfälle und Schneeschmelze an Werra und Fulda, wälzten sich ungeheure Wassermassen die Weser herunter. Durchbrachen an diesen Tagen den Deich oberhalb des Whres und gruben sich eine neue Rinne durch das Habenhauser Vorland und das Kleingartengebiet „Hastedter Bulten“.
Im Vordergrund Parzellengebiet und Sportanlage Jacobsberg, in der Mitte links das Wehr und rechts den Hastedter Bulten. Rechts im Hintergrund Habenhausen.

Luftaufnahme Bremen 1981 Deichbruchstelle

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gefunden im SchnoorArchiv.

Der Freundeskreis Bremer Geschichtenhaus kann
sich noch erinnern,
wie die in der Weser treibenden Parzellenhäuschen an der Wilhelm-Kaisen-Brücke
zerschellten!

Jan Reiners – Ein Symbol des Aufbaus

Jan Reiners

jan reiners 1950

1950 Jan Reiners hier an seinem Ausgangsbahnhof dem „Parkbahnhof“.

Von hier aus führte die Ein-Meter-Schmalspur-Strecke nach Tramstedt ins Teufelsmoor über Borgfeld und Lilienthal. Sie war ein reiner Privatbetrieb und wurde 1902 in Betrieb genommen. Ihren Namen hatte sie von ihrem ersten Betreiber Johann Reiners. Am 22.Mai 1954 stellte sie den Betrieb ein, sie hatte zwar noch eine Gnadenfrist auf dem Abschnitt Falkenberg – Tarmstedt, aber nach einer Beendigung einiger Straßenausbesserungen übernahmen Busse ihren Dienst. Der Parkbahnhof befand sich an der rechten Ecke der Stadthalle von der Gustav Deetjen Allee aus.

Um 1920 Lokomotive der Kleinbahn „Jan Reiners“

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Diese Strecke wurde Ende des vorigen Jahrhunderts aus Privatinitiative des Lilienthaler Oeconomierates Johann Reiners am 4.Oktober 1900 auf der Strecke Bremen – Parkbahnhof – Findorff – Horn – Leesterdeich – Borgfeld – Lilienthal – Falkenberg – Trupermoor – Wörpedorf – Eikedorf nach Tramstadt eröffnet.
In den 50er Jahren wurde die Linie wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt.

Johann Reiners (20.April 1825 – 9.September 1908)

„Jan Reiners“ machte vor drei Jahrzehnten seine letzten Fahrten

jan reiners 1954

Am Dienstag wird dieses Foto 30 Jahre alt: Damals, am 22.Mai 1954, stellte die „Jan-Reiners-Kleinbahn“, die zwischen Bremen und Tarmstedt verkehrte und deren Lokomotive hier in der Mitte zu sehen ist, ihren Betrieb ein. Sie wurde durch eine Omnibusverbindung ersetzt. Auch die beiden Straßenbahnwagen, die auf dem Bild noch an der Eickedorfer Straße durch Findorff fahren, sind längst überholt. Für sie lief die „Gnadenfrist“ am 1.Mai 1964 (Linie 5) und am 31.Mai 1965 (Linie 7) ab. Am längsten konnte sich im Findorffviertel die Straßenbahnlinie 6 halten. Sie wurde erst am 18.Juni 1967 durch den Omnibus 26 ersetzt.

Bremer Nachrichten 19.5.1984

Erinnerung an die Trümmerbahn

Ein Symbol des Aufbaus

jan reiners ein symbol

Erinnerung an ein Stück Schiene – Trümmerbahn als Symbol des Wiederaufbaus.

Eine teerverschmierte Schiene in der Bremer Juiststraße – zwischen Hemmstraßentunnel und Utbremer Straße, was hat es damit auf sich? Sie erinnert an die Trostlosigkeit der Nachkriegszeit, an überfüllte Kellerwohnungen, an unbeschreibliche Not – an Bremen als Ruinenstadt. Sie mahnt auf ihre Art zum Frieden. Nur wenige Meter Feldbahngleise, es sind die letzten vorhanden Spuren der Bremer Trümmerbahn.

1982

1945 – 1947

Da im 2.Weltkrieg fast der gesamte Westen zerbombt war, begann man kurz nach Kriegsende mit den Aufräumungs-Arbeiten. Am 22.Juli 1947 wurde auf dem Panzenberg eine Trümmerverwertungsstelle errichtet, die den Schutt zermahlte und zum Teil neue Steine daraus presste, oder den gemahlenen Schutt als eine Art Beton an die Baustellen lieferte. Eine Notlösung wie sich später herausstellte, denn die damit errichteten Häuser wiesen nach 3 Jahrzehnten erhebliche Mängel auf.

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Alles entdeckt im SchnoorArchiv

Der Freundeskreis Bremer Geschichtenhaus mag
die Bremer Geschichte!