„Welch Glück auf Erden“

Liebe Mama!

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Welch Glück auf Erden muß man haben,
eine Mama so wie Dich,
andere würden sich drum schlagen,
doch die Auswahl viel auf mich.

Ob in guten oder schlechten Zeiten,
Dein Herz schlug immer nur für mich,
ein schönes Leben wolltest Du mir bereiten,
dafür Mama liebe ich Dich.

Ein Mensch wie Du so wunderbar,
nie hattest Du es leicht,
trotz all der Sorgen warst Du immer für mich da,
für mich Dein Anblick einem Engel gleicht.
Wie kann ich Dir jemals dafür danken,
was Du alles hast für mich getan,
laß‘ uns bitte niemals zanken,
denn die Liebe steht bei uns obenan. Weiterlesen

„Morgen ist ein neuer Tag“

„Morgen ist ein neuer Tag“

Von Helga Rehbock

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1. Die Aufforderung

„Reden sie mit uns,“ sagte die Stimme.
Sie kam aus dem Fernseher. Anselm Boreylson erwachte. Er dachte, er hätte tief und lange geschlafen. Aber mit der Länge war es nichts geworden. Die Sendung war noch nicht mal vorbei.
Er holte seine Brille heraus, und der Sprecher gewann an Sehschärfe.
„Rufen sie einfach eine der angegebenen Nummern an. Wir sind bis 24 Uhr erreichbar…“
Die Stimme verstummte. Der Sprecher zwinkerte mehrfach mit den Augen, als Zeichen, dass er ausgeblendet werden konnte.
Boreylson musste ebenfalls zwinkern.
Der Studiosprecher verschwand und machte der Fotografie eines Wagens Platz.
Sein Wagen !
Das war sein Wagen !! Weiterlesen

„The German Spy“ Thomas Lediards Eindrücke vom alten Bremen

Von Strafen & Feiern im calvinistischen Bremen

Bericht des Reisenden Thomas Lediard (1685-1743) über die von „pfäffischen Calvinisten“
beherrschte Bremer Gesellschaft, erschienen 1738 als Buch unter dem Titel „The German Spy“

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Zeitgeist

„Die Anstrengungen bei der Reise und der Alkohol, den ich in der letzten Nacht
getrunken hatte, ließen mich am Morgen schlafen, bis die Sonne hoch kam. Ich
wachte auf, als unter meinem Fenster ein großer Lärm entstand. Als ich
hinausschaute, sah ich, dass der Markt voller Menschen war … Auf Befragen
erzählte man mir, dass eine jüngere Frau, ein Stubenmädchen einer der
einflussreichsten Familien Bremens, mit dem Hausherren zu frei umgegangen wäre.
Ihr Treiben war von der eifersüchtigen Dame des Hauses entdeckt worden, die
übrigens zufällig die Schwester des Richters war.
Das Stubenmädchen war vom Richter zu einer Prügelstrafe mit anschließender
Brandmarkung verurteilt worden. Außerdem hatte sie die Stadt für immer zu
verlassen. Die Strafe sollte nun vollstreckt werden. Weiterlesen

„Rotkäppchen und der böse Wolf“

„Rotkäppchen und der böse Wolf“
von Helga Rehbock

1)
Diese Geschichte ist dem Mann gewidmet, der die Schaubühne inszenierte, und zwar so, dass im Jahr 1977 sogar Schuberts „Winterreise“ im eiskalten Stadion noch packend genug rüberkam. Ich hoffe, dass mir das ebenso gelingt.
Meine beste Freundin war in just dieser Zeit Schauspieler-Elevin und bestrebt darin, sich ihr Studium zu verdienen, ohne auf Papas Tasche zu liegen. Sie spielte nachts Blackjack. Ich möchte hier nicht mit Einzelheiten aufwarten, aber Blackjack ist reine Mathematik. Wer das beherrscht, der kann den Croupier über den Tisch ziehen – im wahrsten Sinne des Wortes. Cora hatte schon mehr Männer ausgezogen, als ich unbekleidete im ganzen Leben gesehen hatte. Wer sie kannte, hatte am nächsten Morgen seine Stellung verloren.
„Ist das nicht furchtbar aufregend?“ war ihr Lieblingssatz. Weiterlesen